Prozentband simple

Diese Trading-Strategie basiert, wie die Trading-Strategien SMA Cross und WMA Cross, auf der Verwendung gleitender Durchschnitte. Die Verwendung eines einzigen gleitenden Durchschnitts hat jedoch in einer Seitwärtsphase einen entscheidenden Nachteil: es wird eine Vielzhal an Fehlsignalen generiert!

  • Doch warum kommt es überhaupt zu diesen Fehlsignalen?
Gleitende Durchschnitte sind Trendfolgeindikatoren. Als Ergebnis dessen läuft der Kurs eines Wertpapiers immer voraus. In der nachfolgenden Grafik sehen wir einen fiktiven Kursverlauf und dazu einen einfachen gleitenden Durchschnitt mit der Periodenzahl drei. Die X-Achse repräsentiert die Zeit, auf der Y-Achse ist der jeweilige Kurswert (Schlusskurs) abgetragen. Zusätzlich wurden die Handelssignale nach der Trading-Strategie SMA-Cross eingezeichnet.

Exemplarischer SMA für eine fiktive Kursreihe
Exemplarischer SMA für eine fiktive Kursreihe

Bei jedem Kreuzen des SMA wird ein Handelssignal generiert. Wir sehen, dass wir in der Seitwärtsbewegung zwischen Zeitpunkt eins und 10 immer wieder die Handelsrichtung ändern würden. Abhängig vom Setup entstehen hierbei sehr schnell Verluste. Anbei ein Beispiel aus der Praxis welches dieses Phänomen darstellt:

Trading Strategie SMA Cross Russell
Handelssignale nach SMA Cross, Quelle AT Pro

Im oberen Chart sehen wir, dass wir teilweise schon am nächsten Handelstag einen Richtungswechsel vollziehen müssen.

Die Lösung des Problems könnte der Einsatz von Prozentbändern sein. Ein Prozentband ist im Grunde nichts anderes als die Darstellung mehrerer gleitender Durchschnitte mit einem unterschiedlichen Versatz auf der Y-Achse. In der hier vorgestellten Trading-Strategie werden genau gleitende Durchschnitte verwendet:

  • oberes Band (grün)
  • mittleres Band (blau)
  • unteres Band (rot)

Ein solches Prozentband ist in der nachfolgenden Grafik dargestellt.

Darstellung von Prozentbändern in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung von Prozentbändern in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Positionseröffnung

Positionseröffnung Long

Die Eröffnung einer Longposition erfolgt immer dann wenn der Aktienkurs das obere Band von unten nach oben durchkreuzt. Der Bezugskurs:

  • Eröffnung
  • Hoch
  • Tief
  • Schluss

ist parametrisierbar und wird jeweils im Backtest genannt. Ist kein Referenzkurs genannt, dann wird immer der Schlusskurs (Close) verwendet.

Positionseröffnung Short

Shortpositionen werden immer dann eröffnet, wenn der Aktienkurs das untere Band von oben nach unten durchbricht. Wie bereits bei der Eröffnung einer Longposition, kann der Referenzkurs für die Eröffnung einer Shortposition frei gewählt werden. Günstigerweise wird für alle Bänder ein und derselbe Referenzkurs verwendet.

Positionsglattstellung

Eine Positionsglattstellung erfolgt immer dann wenn das mittlere Band durchbrochen wird.

Parametrisierungen

Für die beschriebene Trading-Strategien haben wir eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten. An folgenden Stellen können Parametrisierungen vorgenommen werden:

  • Art des verwendeten gleitenden Durchschnitts
  • Periodenzahl des verwendeten gleitenden Durchschnitts
  • Berechnungsgrundlage für den gleitenden Durchschnitt
  • Bezugskursbestandteil für das Kreuzen der Bänder
  • Prozentualer Abstand der Bänder zueinander

Die Themen:

  • Periodenzahl des verwendeten gleitenden Durchschnitts
  • Berechnungsgrundlage für den gleitenden Durchschnitt
  • Bezugskursbestandteil für das Kreuzen der Bänder

wurden bereits in der Trading-Strategie SMA-Cross diskutiert und sollen an dieser Stelle nicht nochmal aufgegriffen werden.

Art des verwendeten gleitenden Durchschnitts

Bisherige interne Backtests der Trading-Strategien zeigen keine sonderlichen Verbesserung der Trading-Strategie bei der Variation der Typen. Das Optimum der verwendeten Periodenzahl verschiebt sich abhängig vom verwendeten Durchschnittstyp.

Standardmäßig verwenden wir für Prozentbänder einen einfachen gleitenden Durchschnitt.

Prozentualer Abstand der Bänder zueinander

Eine weitere Parametrisierung ergibt sich aus der Festlegung der Abstände:

  • mittleres Band zu oberes Band
  • mittleres Band zu unteres Band

Durch die Erhöhung des Abstands kann die Handelsfrequenz verringert werden. Höhere Abstände erlauben zudem einen höheren Drawdown je Trade! Gerade der letzte Hinweis ist bei der Wahl der Positionsgröße immer zu berücksichtigen.

Fazit

Bisher hatten wir den Einsatz der vorgestellten Trading-Strategie bspw. auf den S&P500 getestet. Grundsätzlich ist diese Trading-Strategie interessant wenn eine höhere Trefferquote als bei der SMA-Cross Trading-Strategie erreicht werden soll.