Indikatoren/Oszillatoren

An dieser Stelle haben wir ihnen einige Indikatoren und Oszillatoren zusammengestellt. Die Übersicht umfasst dabei nur eine Auswahl.

  • Aroon
  • Bollinger Bänder (Bollinger Bands)
  • Chande Momentum Oscillator (CMO)
  • Commodity Channel Index (CCI)
  • Elder Ray
  • Gleitende Durchschnitte
  • KAMA (Kaufman´s Adaptive Moving Average)
  • MACD
  • Momentum
  • Prozentbänder
  • Rate of Change (RoC)
  • Relative Stärke Index (RSI)
  • SAR (Parabolic SAR)
  • Stochastic
  • TBI (Trendbestätigungsindikator)
  • TRIX (Triple Exponential Moving Average)
  • VHF (Vertical Horizontal Filter)

Typ:   Trendbestimmung, Marktphase

Berechnung:

FormelAroon

Beim Aroon-up werden die Tage, die seit dem letzten Höchstkurs (TsH) vergangen sind, von der Anzahl der betrachteten Periode subtrahiert, durch die Anzahl der Periode geteilt und mit 100 multipliziert. Beim Aroon-down ist die Berechnung analog, nur wird hier die Anzahl der Perioden betrachtet, die seit dem letzten Tiefstkurs (TsT) vergangen sind. Der Aroon-Oscillator ist dabei als die Differenz aus Aroon-up und Aroon-down definiert.

Interpretation: Der Aroon ist ein Indikator zur Bestimmung der Marktphase. Die Grundannahme für den Aroon besteht darin, dass Aufwärtstrends von steigenden Höchst- und steigenden Tiefstkursen begleitet werden. Im Gegensatz dazu sind Abwärtstrends von fallenden Hoch- und Tiefpunkten gekennzeichnet. Seine Berechnung ist dabei sehr einfach, aber wirkungsvoll. Je nach Einstellung des Betrachtungszeitraumes reagiert der Aroon schneller oder träger. Der Aroon-Oscillator schwankt im Wertebereich zwischen +100 und -100. Das Kreuzen des Oscillators mit der Nulllinie kann als Handelssignal verstanden werden. Eine Schwäche des Aroon ist, dass er keine Aussagen über die „Stärke“ von Marktphasen liefert. Selbst in seitwärts gerichteten Märkten kann der Aroon-Oscillator auf +100 stehen, ohne dass sich dabei im betrachteten Wert nennenswerte Veränderungen abspielen.

Darstellung:

Darstellung des Aroon unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Aroon unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ:    Trendindikator, Beweglichkeit

Berechnung:

FormelBollingerBänder

Als Mittellinie dient in diesem Fall ein SMA (gleitender Durchschnitt). Das obere und untere Band wird durch die Berechnung der Standardabweichung generiert (Addition/Subtraktion mit SMA). Da für Perioden T<30 die Standardabweichung kein ausreichendes statistisches Maß darstellt, wird diese in leicht abgewandelter Form berechnet (Korrekturfaktor).

Interpretation: Die Bollinger Bänder sind eine Kombination aus Trendindikator und Beweglichkeit. Der vorherrschende Trend wird durch den SMA repräsentiert, die Komponente der Volatilität durch die Standardabweichung. Auf diesen Grundlagen lassen sich diverse Handelssysteme aufbauen. John Bollinger empfiehlt dabei die Einstellung des SMA so zu wählen, dass der mittelfristige Trend wiedergespiegelt wird. Einstellungen von 20-40 Perioden sind dabei die Regel. Natürlich können davon abweichend andere Einstellungen vorgenommen werden. Ein- und Ausstiegssignale lassen sich durch das Über- oder Unterschreiten der Standardabweichung bzw. des SMA erzeugen. Bollinger selbst variiert dabei, je nach Periodenanzahl, den Faktor der Standardabweichung und passt diesen individuell an. In diversen Publikationen wurden die Bollinger Bänder, im Rahmen einer Aktienstrategie, erfolgreich verwendet. Allerdings sollte je nach Anlageziel und Strategie ein Backtest mit verschiedenen Einstellungen vorgenommen werden, um gute Ergebnisse zu erzielen. Darstellung:

Darstellung der Bollinger Bänder im Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung der Bollinger Bänder im Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ:    Trendstärke, Trendrichtung

Berechnung:

FormelCMO Beim CMO wird die Differenz aus Aufwärtssumme und Abwärtssumme durch die Summe aus Aufwärts- und Abwärtssumme dividiert und mit 100 multipliziert. Betrachtet werden dabei die gerichteten Kursdifferenzen des festgelegten Zeitraums n.

Interpretation: Der CMO schwankt in einem Wertebereich von +100 und -100. Beim CMO findet eine direkte Messung des Momentums statt, da nicht Kurse, sondern Kursdifferenzen betrachtet werden. Daraus kann eine stärkere Beweglichkeit als bspw. beim RSI resultieren. Dabei wird von einem überkauften Markt ausgegangen, wenn der CMO bei über +50 steht, unter -50 wird von einem überverkauften Markt gesprochen. Üblich ist es, zur Signalerzeugung einen gleitenden Durchschnitt in den CMO zu legen. Dabei werden Kaufsignale erzeugt, wenn der CMO über seinen GD steigt, Verkaufssignale, wenn er darunter fällt. Üblich für die Berechnung ist ein 14 Tage-Durchschnitt für den CMO und ein 10 Tage-Durchschnitt für den gleitenden Durchschnitt des CMO.

Darstellung:

Darstellung des Chande Momentum Oscillators (CMO) unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Chande Momentum Oscillators (CMO) unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendindikator, Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelCCI

Die Formel wurde in diesem Beispiel ausgeschrieben. Berechnet wird dabei ein „typischer“ Kurs. Dieser setzt sich zusammen aus dem Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs subtrahiert mit einem gleitenden Durchschnitt aus dem „typischen“ Kurs über mehrere Perioden. Dies wird dividiert durch den Faktor 0,015 und multipliziert mit der mittleren Abweichung des im Zähler stehenden Ausdrucks über die jeweils betrachtete Periode.

Interpretation: Der CCI ist ein Indikator der Trendstärke und Richtung anzeigen kann. Dabei schwankt er um eine Nulllinie. Der Bereich zwischen -100 und +100 kann als „neutraler Bereich“ bezeichnet werden. Steigt der CCI über -100 und durchbricht im Anschluss die Nulllinie, so wird dies als Kaufsignal interpretiert, fällt er hingegen unter +100 und durchbricht die Nulllinie, wird ein Verkaufssignal generiert. Variationen der Signalgenerierung sind darüber hinaus möglich.

Darstellung:

Darstellung des Commodity Channel Index (CCI) unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Commodity Channel Index (CCI) unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendstärke

Berechnung: FormelElderRay

Grundlage ist ein exponentiell gleitender Durchschnitt. Dabei wird zum einen der EMA vom Höchstkurs (BullPower) und im anderen Fall vom Tiefstkurs (BearPower) abgezogen.

Interpretation: Elder ging davon aus, dass der Börsenkurs einen Gleichgewichtswert zwischen „Bären“ und „Bullen“ darstellt. Der Höchstkurs repräsentiert dabei die Stärke der Bullen, der Tiefstkurs wiederum die Kraft der Bären. Dabei empfiehlt der Entwickler Dr. Elder, den Elder Ray in Verbindung mit einem trendfolgenden Indikator zu verwenden (einfacher gleitender Durchschnitt). Dabei sollte nur in Richtung des Trends gehandelt werden. Wenn zum Beispiel ein Aufwärtstrend angezeigt wird und die BullPower die BearPower überwiegt, so ist dies als Kaufsignal aufzufassen. Ein Verkaufssignal wird generiert, wenn die BullPower nachlässt und die BearPower überwiegt. Als Betrachtungszeitraum empfehlen sich zwischen 8 und 18 Perioden, davon kann aber je nach Zielsetzung abgewichen werden. Es gibt darüber hinaus weitere Möglichkeiten, Signale mit Hilfe des Elder Ray zu erzeugen und diese zu interpretieren.

Darstellung:

Darstellung des Elder Ray unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Elder Ray unter dem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Gleitende Durchnitte (GD) sind eine einfachere Form zur Darstellung von Kursverläufen. Zur Berechnung des einfachen GDs wird das arithmetische Mittel über eine frei wählbare Anzahl von Kursen über eine Zeitreihe gebildet. Um jüngere Kursentwicklungen stärker gewichten zu können wird der exponentiell geglättete GD oder der gewichtete GD verwendet. Üblich sind 200, 100, 50 und 20 Tage-Durchschnitte. Auf der Grundlage von GDs werden Kauf- und Verkaufssignale erzeugt, bspw. durch das Kreuzen zweier Durchschnitte

Einfacher gleitender Durchschnitt

Typ: gemittelte Chartdarstellung, Trendfolgeindikator

Berechnung:

 FormelSMA

Interpretation: Der SMA ist eine Chartdarstellung, bei der die Kurse über einen selbst gewählten Zetraum gemittelt werden. Beim SMA findet keine Gewichtung der Kurse statt. Signale können durch Kreuzen der SMA Linie durch den aktuellen Kurs erzeugt werden. Je mehr Perioden (großes n) zur Berechnung herangezogen werden, desto „träger“ reagiert der SMA.

Darstellung:

Darstellung eines einfachen gleitenden Durchschnitts (SMA) im Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung eines einfachen gleitenden Durchschnitts (SMA) im Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com


Linear gewichteter gleitender Durchschnitt (WMA)

Typ: linear gewichtete Chartdarstellung, Trendfolgeindikator

Berechnung:

FormelWMA

Interpretation: Der WMA ist eine Chartdarstellung, bei der die Kurse über einen selbst gewählten Zeitraum geglättet werden. Zusätzlich zum SMA findet dabei jedoch eine lineare Glättung statt. Dabei werden weiter in der Zeit zurückliegende Kurse weniger stark berücksichtigt als aktuelle Kurse. Der WMA reagiert aus diesem Grund schneller auf Kursveränderungen als der SMA.

Darstellung:

Darstellung eines gewichteten gleictenden Durchschnitts (WMA) in einem Aktienchart
Darstellung eines gewichteten gleitenden Durchschnitts (WMA) in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com


Exponentiell gleitender Durchschnitt (EMA)

Typ: exponentiell gemittelte Chartdarstellung, Trendfolgeindikator

Berechnung:

FormelEMA

Interpretation: Der EMA ist eine Chartdarstellung, bei der die Kurse über einen selbst gewählten Zeitraum gemittelt werden. Zusätzlich zum SMA findet dabei jedoch eine exponentielle Glättung statt. Je nach Glättung reagiert der EMA träger oder dynamischer. Signale können dabei wie beim SMA durch Kreuzen des aktuellen Kurses mit der EMA-Linie erzeugt werden.

Darstellung:

Darstellung des exponentiell gewichteten Durchschnitts (EMA) in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des exponentiell gewichteten Durchschnitts (EMA) in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendfolgeindikator

Berechnung:

FormelKAMA

Die Formel wurde in dieser Berechnung vollständig ausgeschrieben. Die Grundlage für die Berechnung ist ein EMA. Jeder weitere hinzukommende Kurs wird mit Hilfe der Effiiciency Ratio, einem Gewichtungsfaktor , hinzugerechnet. Dabei ist ausschlaggebend, wie stark der neu hinzukommende Kurs von der Standardabweichung abweicht. Bei starker Abweichung wird der Kurs mit niedrigem Faktor gewichtet, bei geringer oder „normaler“ Abweichung stärker. Der Gewichtungsfaktor schwankt dabei theoretisch zwischen 0 und 1. Interpretation: Je nach Einstellung des EMA und der Efficient Ratio kann der KAMA für verschiedene Tradingstrategien herangezogen werden. Signale werden beim KAMA durch ein nach oben oder unten „Drehen“ erzeugt. Wie alle Durchschnittsberechnungen reagiert auch der KAMA mit leicht zeitlicher Verzögerung, ausschlaggebend dafür ist die vom Nutzer eingestellte Betrachtungsperiode.

Typ: Trendfolgeindikator, Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelMACD

Die MACD Linien werden als EMA`s berechnet, dabei wird jedoch ein unterschiedlicher Zeitraum betrachtet. Beim MACDfast ist der Betrachtungszeitraum kürzer als beim MACDslow.

Interpretation: Der MACD ist ein Trendindikator. Signale werden durch das Kreuzen der beiden MACD-Linien erzeugt. Je nachdem, welche Einstellungen vorgenommen werden, reagieren die Linien unterschiedlich stark auf aktuelle Kursveränderungen. Bei kurzer Einstellung reagiert der MACD sehr schnell, bei längerer Einstellung eher träge. Für die bekannte Einstellung „12,26“ kann ein Backtest auf den Dax abgerufen werden.

Aus der Differenz des MACDfast und des MACDslow kann die Trendstärke abgelesen werden. Je größer die Differenz ausfällt, desto stärker ist dabei der Trend.

Darstellung:

Darstellung des MACD unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des MACD unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelMomentum

Interpretation: Wird das Momentum mit der obigen Formel berechnet, so schwankt dieses um eine Mittelwertlinie bei 100. Die Berechnung ist dabei eher einfach aber effektiv. Das Momentum soll die „Schwungkraft“ einer Kursbewegung anzeigen. Steigt oder fällt das Momentum mit dem Basiswert, so ist jeweils von einer Verstärkung des Trends im Basiswert die Rede. Steigt oder fällt das Momentum dabei über oder unter die Marke von 100, so kann von einer Zunahme der „Schwungkraft“ des Trends ausgegangen werden. Interessant sind Divergenzen, die sich zwischen Momentum und betrachtetem Basiswert ergeben können. Steigt der Basiswert, aber das Momentum fällt, so kann dies auf einen Trendwechsel hindeuten, Gleiches gilt im umgekehrten Fall. Auch neue Höchstkurse im Basiswert, aber fallende Höchstkurse im Momentum können einen Trendwechsel andeuten. Hier gibt es durchaus Interpretationsspielräume. Auch ist es denkbar, einen gleitenden Durchschnitt über das Momentum zu legen und so Signale zu erzeugen, über das Kreuzen der Mittellinie hinaus. Der Berechnungszeitraum für das Momentum beträgt in der Regel zwischen 5 und 30 Perioden. Das Momentum dient zur Berechnung einer Vielzahl weiterer Indikatoren und stellt damit ein wichtiges Werkzeug der technischen Analyse dar.

Darstellung:

Darstellung des Momentum unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Momentum unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Prozentbänder werden verwendet um überkaufte und überverkaufte Situationen zusätzlich zum Trend zu bestimmen. Hierzu wird ober- und unterhalb eines gleitenden Durchschnitts jeweils ein Band mit einem definierten Abstand zum gleitenden Durchschnitt hinzugefügt. Aus den drei Durchschnittslinien können unterschiedliche Handelsstrategien abgeleitet werden.

Die obere und untere Linie (Prozentbänder) kann für den Einstieg von Positionen verwendet werden. Der in der Mitte liegende gleitende Durchschnitt wird für den Ausstieg verwendet.

Darstellung von Prozentbändern in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung von Prozentbändern in einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendindikator, Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelRoC

Beide Berechnungsmethoden sind analog in ihrer Anwendung, im zweiten Fall wird das Ergebnis nur mit dem Faktor 100 multipliziert, damit wird lediglich der Wertebereich verschoben.

Interpretation: Der RoC ist ein sekundärer Indikator. Er vergleicht einen aktuellen Kurs mit dem Kurs vor n Perioden. Er ist in seiner Berechnung sehr einfach und benötigt nur wenige Informationen, um berechnet werden zu können. Der RoC bewegt sich um eine Mittelwertlinie bei 1 bzw. 100. Je weiter sich der berechnete Wert von der Mittelwertlinie entfernt, umso stärker fällt ein Trend aus. Rangiert der RoC oberhalb von 1 bzw. 100 so handelt es sich um einen Aufwärtstrend, im umgekehrten Fall um einen Abwärtstrend.

Darstellung:

Darstellung des RoC Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des RoC Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendindikator, Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelRSI

Es werden die durchschnittlichen Kursteigerungen der letzten n Perioden durch die Summe der durchschnittlichen Kurssteigerungen und der durchschnittlichen Kursrückgänge der letzten n Perioden geteilt und mit 100 multipliziert.

Interpretation: Der RSI schwankt zwischen Werten von 0 und 100. Signifikante Schwellenwerte sind dabei 30 und 70. Diese Werte werden meist zur Signalerzeugung genutzt. Durchbricht der RSI die Marke bei 30 von unten nach oben, so kann dies als Kaufsignal gewertet werden. Wird jedoch der Wert bei 70 von oben nach unten durchbrochen, wird dies als Verkaufssignal gewertet. Werte oberhalb von 70 und unterhalb von 30 werden zudem als „überkauft“ und „überverkauft“ bezeichnet. Im RSI können zudem Methoden der Chartanalyse Anwendung finden. Starke Differenzen zwischen dem Verlauf des RSI und dem zugrunde liegenden Chartverlauf können zudem auf einen Trendwechsel hindeuten.

Darstellung:

Darstellung des RSI Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des RSI Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendindikator (Handelssystem)

Berechnung:

FormelSAR

Zur Berechnung werden drei Werte benötigt, einen Extremkurs (SIP), einen aktuellen Stopwert SAR und den Beschleunigungsfaktor AF. Der Beschleunigungsfaktor bestimmt dabei, wie schnell der „Stop“ im System nachgezogen wird. Der SIP ist dabei das Hoch in der betrachteten Periode, der SAR das Tief der betrachteten Periode.

Interpretation: Unter dem SAR wird Wilders Parabolic System verstanden. Die Abkürzung steht hierbei für Stop and Reverse. Der SAR selbst kann als Indikator oder als komplettes Handeslssysrem verwendet werden. Hierbei ist das System permanent investiert, entweder Long oder Short. Im Chart wird der SAR als Punktfolge dargestellt. Während einer Longposition verläuft diese Punktfolge unterhalb des Kurses. Im Falle einer Shortposition hingegen über dem Kurs. Eine Besonderheit ist der Beschleunigungsfaktor, dieser sorgt nach den ersten Bars, bei Richtungsänderung, für eine schnellere Annäherung an den Kursverlauf.

Typ: Trendbestimmung, Trendfolgeindikator

Berechnung:

FormelStochastic

Der Stochastic %K wird in einem ersten Schritt berechnet. Dabei wird vom aktuellen Kurs der niedrigste in der betrachteten Periode erreichte Kurs abgezogen. Dieser Wert wird geteilt durch den in der Periode höchsten minus dem niedrigsten Kurs. Schlussendlich wird der berechnete Wert noch mit 100 multipliziert. Der Stochastic %D wird berechnet, indem entweder die Periode verschoben oder ein gleitender Durchschnitt über den %K gelegt wird. Eine weitere Variante ist der langsame %D. Dabei wird ein weiterer gleitender Durchschnitt über über den schnellen %D gelegt.

Interpretation: Der Stochastic Indikator schwankt aufgrund der Normierung zwischen Werten von 0 und 100. Der Stochastic %K reagiert dabei sehr dynamisch, während der %D träger reagiert, dafür aber weniger Fehlsignale produziert. Signale können dabei auf verschiedene Arten erzeugt werden. So wird bei Betrachtung der %K-Linie ein Kaufsignal erzeugt, wenn diese den Wertebereich unter 20 von unten nach oben durchbricht. Umgekehrt wird ein Verkaufssignal generiert wenn der Wertebereich über 80 nach unten durchbrochen wird. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass dabei eine Vielzahl an Fehlsignalen erzeugt wird. Aus diesem Grund, hat sich in der Praxis die Zuhilfenahme des Stochastic %D bewährt. Dabei werden der schnelle und langsame %D in einem Diagramm überlagert. Kreuzt der schnelle den langsamen %D von unten nach oben und durchbricht im Anschluss der langsame %D den Wertebereich unter 20 ebenfalls nach oben, so wird ein Kaufsignal erzeugt. Ein Verkaufssignal wird im Anschluss durch das nach unten Kreuzen des schnellen und des langsamen %D generiert. Dabei sind je nach Betrachtung weitere Möglichkeiten der Signalerzeugung denkbar. Es können beispielsweise mehrere Stochastic-Linien mit unterschiedlichen Perioden oder unterschiedlicher Glättung zur Signalerzeugung betrachtet werden. Zudem können Sie Wertebereiche verschieben oder die Betrachtungszeiträume variieren. Der Stochastic stellt darüber hinaus die Grundlage für eine Reihe weiterer Indikatoren dar und nimmt aus diesem Grund eine Schlüsselposition ein, ähnlich der gleitenden Durchschnitte.

Darstellung:

Darstellung des Stochastic Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des Stochastic Indikator unter einem Aktienchart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendindikator, Price Oscillator

Berechnung:

FormelTBI

Interpretation: Der TBI ist im Grunde kein eigenständiger Indikator, aber dennoch weit verbreitet. Dabei wird ein kurzer gleitender Durchschnitt durch einen langen gleitenden Durchschnitt dividiert und mit 100 multipliziert. Der Oszillator schwankt dabei um eine Mittelpunktlinie bei 100. Notiert der TBI über 100, so verläuft der kurze gleitende Durchschnitt über dem langen gleitenden Durchschnitt, Analoges gilt im umgekehrten Fall. Je nach Einstellung des TBI und der darin enthaltenen GD`s reagiert er träger oder schneller auf Trendwechsel. Signale werden in der Regel durch das Kreuzen der TBI-Linie mit der Marke bei 100 erzeugt. Denkbar ist auch, einen weiteren gleitenden Durchschnitt in den TBI zu legen und dadurch weitere Signalmöglichkeiten zu generieren.

Typ: Trendindikator

Berechnung:

FormelTRIX

Der TRIX wird mit Hilfe eines dreifach geglätteten exponentiellen Durchschnittes berechnet. Dabei werden jedoch nicht die „natürlichen“ Kurse betrachtet, sondern deren Logarithmus.

Interpretation: Der TRIX schwankt um eine Nulllinie. Handelssignale werden dabei durch das Kreuzen der TRIX- und der Nulllinie erzeugt. Aufgrund der starken Glättung reagiert der TRIX recht träge. Er liefert dabei eine entsprechend geringere Anzahl an Handelssignalen als andere Indikatoren. Er eignet sich sehr gut in ausgeprägten Trendphasen, in Seitwärtsphasen ist allerdings mit zahlreichen Fehlsignalen zu rechnen (diese Schwäche weisen fast alle Trendindikatoren auf). Eine weitere Möglichkeit, Handelssignale zu erzeugen, ergibt sich durch die Verwendung eines gleitenden Durchschnittes über den TRIX. Die Funktionsweise ist dabei analog zum MACD. Schneidet der TRIX dabei den GD von unten nach oben, so wird ein Kaufsignal generiert, im umgekehrten Fall ein Verkaufssignal. Eine weitere Möglichkeit, Signale zu generieren, besteht darin, die Wendepunkte des TRIX zu handeln.

Darstellung:

Darstellung des TRIX Indikator unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des TRIX Indikator unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com

Typ: Trendstärkeindikator

Berechnung:

FormelVHF

Berechnet wird der VHF, indem die Differenz zwischen Periodenhoch und Periodentief durch den Betrag der Kursveränderungen im betrachteten Zeitraum dividiert wird.

Interpretation: Das Ergebnis des VHF ist ein oszillierender Indikator, der zwischen den Werten 0 und 1 schwankt. Steht der VHF bei 1, so liegen Periodentief und Periodenhoch im Rahmen des Betrages der Kursveränderung auseinander. Nimmt der VHF einen Wert von 0 an, so liegen Periodenhoch und Periodentief trotz eventueller Kursveränderungen eng beieinander. Der VHF misst demzufolge nicht die Trendrichtung, sondern nur die Trendstärke, also den Betrag der Veränderung. Ein steigender VHF deutet schlussendlich auf einen sich verstärkenden Trend hin, ein fallender auf eine Abschwächung einer Trendphase.

Darstellung:

Darstellung des VHF Indikator unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com
Darstellung des VHF Indikator unter einem Chart; Quelle: FlatTrader pro; fxflat.com