Steinhoff – Chance oder Totalverlust?

Steinhoff International

Ein Titel mit größtem Interesse – so könnte man die Aktien von Steinhoff zumindest aus Sicht der Privatanleger bezeichnen. Denn wirklich berühmt wurde Steinhoff erst mit dem Bekanntwerden des Bilanzskandal.
Aus dem Konzern welcher ursprünglich die Poco Mutter war, wurde ein Penny Stock. Doch all das ist nichts Neues für Steinhoff Aktionäre. Betrachtet man die letzten Monate, dann kennt der Kurs nur einen Weg – nach unten.

Fundamental

Fundamental kann man zu dem Wert eigentlich nicht wirklich sonderlich viel sagen. Aufgrund des noch nicht aufgearbeiteten Bilanzskandal können keine Aussagen zu den Aktivas der Bilanz gemacht werden. Nur eines ist sicher – die bisher veröffentlichten Bilanzen weichen deutlich von der Realität ab. Insbesondere bei der Bewertung der Immobilien zeichnen sich größere Abweichungen ab, Zahlen hierzu finden sich bspw. in dem folgenden Handelsblatt-Artikel. Ein weiteres Detail sind die angehäuften Schulden: insgesamt 10,4 Mrd. € mit Stichtag 31.03.2018.

Auf der anderen Seite vermeldete Steinhoff positive Zahlen bzgl. bei den Tochtergesellschaften hinsichtlich des Umsatzes.

Verkäufe

Und etwas mehr Spielraum zu erhalten , hat Steinhoff einige Verkäufe getätigt. Unter anderen wurden die Anteile an Star reduziert. Hierbei gilt Store als eine profitable Tochter. Zudem wurden die Anteile an Poco und an Kika Leiner veräußert. Mit der Veräußerung von Kika Leiner trennt man sich von einem und profitablen Unternehmensteil. Ansonsten kann man sagen , dass das erste Tafelsilber verkauft wurde.

Aktionärsstruktur

Durch den Zwangsverkauf von Wiese, hat sich der Streubesitz deutlich erhöht und liegt nun über 80%. Wichtig ist an dieser Stelle zu wissen, dass die Aktionärsstruktur auf den meisten Finanzseiten veraltet ist. Man muss daher etwas suchen um eine aktuellere Aktionärsstruktur zu finden. Bis auf den Verkauf der Anteile von Wiese, gibt es keine signifikanten Änderungen in der Aktionärsstruktur.

Anleihe

Wenn man sich den Kursverlauf der Anleihen von Steinhoff anschaut , dann könnte man denken, dass das Gröbste bereits überstanden ist (WKN: A19LXV). Auch die Schuldverschreibungen der Steinhoff Finance (WKN: A180HY) halten sich wacker und spiegeln den Verlauf der Aktie nicht wieder. Zumindest bei den Gläubigern scheint die Meinung zu bestehen, dass aus den Assets ein Großteil der Schulden beglichen werden könnte.

Ähnliche Fälle

Fälle die an Steinhoff erinnern gibt es zu genüge, auch wenn deren Auslöser anderer Natur waren. Ein positives Beispiel wäre Infineon, diese standen einst kurz vor der Insolvenz, konnte jedoch einen gewaltigen Turnaround hinlegen. Als Negativbeispiel wäre hingegen die Windreich AG oder Praktiker zu nennen.

Fazit

Operativ macht es den Anschein, dass die Geschäfte bei Steinhoff in Summe profitabel arbeiten. Außerdem zeichnen die Anleihen ein zuversichtliches Bild. Als problematisch ist jedoch die Schuldenlast und die Fehlbewertung der vorhandenen Assets azusehen. Insgesamt muss im Falle Steinhoff mit einem Totalverlust gerechnet werden, die Positionsgröße ist entsprechend klein zu wählen. Bei Kursen um die 0,07€ werden wir für eine spekulative Depotbeimischung zugreifen, in Summe werden wir jedoch wie bereits erwähnt, eine kleine Position einnehmen.

Hinweis: Der Autor ist zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in Steinhoff Aktien Long investiert.

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