Jahr des Yen

In unserer heutigen Analyse, möchten wir die japanische Währung genauer unter die Lupe nehmen und der Frage auf den Grund gehen, ob 2018 das Jahr des japanischen Yen werden könnte.
Der japanische Yen ist als Währung für die günstige Kreditaufnahme bekannt. Über Jahrzehnte hinweg wurde er für Carry Trades verwendet. Gerade diese Eigenschaften haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass der japanische Yen gerade in Krisenzeiten an Stärke gewinnt. Doch ist die Frage nach der Krise das einzige Argument auf das wir uns beziehen wollen?
Sicher nicht! Der Devisenhandel wird durch eine Vielzahl an Faktoren geprägt! Die reine Betrachtung des japanischen Yens als sicherer Hafen in der Krise würde fehlschlagen.

Zinsausblick
Mit den letzten Inflationszahlen blieb man erwartungsgemäß unter der Zielquote von 2 %. Jedoch signalisierte die Bank of Japan den Wunsch einer Straffung der Geldpolitik. Hierbei bedeutet jedoch eine Straffung der Geldpolitik nicht die Anhebung der Zinsen sondern eher eine Reduktion ihres Anleihekaufprogramms. Insgesamt ist weniger davon auszugehen, dass die Bank of Japan den Leitzins überhaupt einmal deutlich straffen wird. Vor dem Hintergrund der Staatsverschuldung von Japan, ist nicht mit einer Anhebung des Leitzins in absehbarer Zeit zu rechnen. Das aktuelle Zinsniveau oder maximal das Zinsniveau vor Einführung der Negativzinsen in Japan, kann als recht konstant angenommen werden.

BigMac-Index
Der Big-Mac-Index ist einer von vielen Versuchen die Kaufkraft von Währungen zu vergleichen. Hierbei vergleicht der Index was ein Big Mac in den verschiedenen Währungsräumen kostet. Die Logik dahinter: theoretisch müsste ein Big Mac in jedem Land den gleichen Preis aufweisen. Betrachtet man den Index näher, dann fällt auf, dass der japanische Yen verhältnismäßig günstig bewertet ist. Die historische Betrachtung des Indizes zeigt jedoch auch, dass die Ungleichgewichte zwischen den einzelnen Währungen über sehr lange Zeiträume aufrechterhalten werden. Mit anderen Worten: die Herstellung des Gleichgewichts zu den anderen Hauptwährungen kann noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen oder sich sogar weiter ausweiten. Mit einer schnellen Erstarkung des japanischen Yen rein auf Grundlage das Big Mac Index ist daher nicht zu rechnen.

Geldpolitik
Wie sieht es eigentlich mit der Geldpolitik aus? Hier muss man eindeutig sagen, dass die japanische Notenbank die expansivste Geldpolitik unter den großen Hauptwährungen betreibt. Mit anderen Worten: die japanische Notenbank druckt von den großen Notenbanken der Welt das meiste Geld. Wichtig ist vor diesem Hintergrund, dass die japanische Notenbank von diesem Kurs voraussichtlich in nächster Zeit nicht nachhaltig abweichen wird. Schon aufgrund der hohen Staatsverschuldung, von Japan, rechnen nur wenige Analysten überhaupt mit einer Normalisierung der Zinsen.

Fazit
Fassen wir zusammen, laut Big-Mac-Index ist der japanische Yen als unbewertet anzusehen. Gleichzeitig verhindert jedoch die expansive Geldpolitik der japanischen Zentralbank eine nachhaltige Erstarkung des japanischen Yen. Einen stärkeren Yen würden wir entweder im Falle einer weltweiten Rezession oder im Falle einer nachhaltigen Straffung der Geldpolitik sehen. Vor diesem Hintergrund besteht aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf für ein Investment in den japanischen Yen.

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